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  Geheimnissvolles Land am Nil
  Nil
 

  Am Nil  ( Assuan)

Im alten Ägypten hieß der Nil Hapi, der gleichzeitig auch Gott des Flusses war. Andere Namen für den Fluss waren ium ("das Meer"), iteru aa ("großer Fluss") oder verschiedene Bezeichnungen je nach Gau, den er durchfloss. Warum die Griechen ihm den Namen Neilos gaben, von dem sein heutiger Name abgeleitet ist, weiß man heute nicht mehr.
Über 6500 km erstreckt sich der längste Fluss der Erde, der aus dem Blauen Nil, vom äthiopischen Hochland, und dem Weißen Nil, im Südsudan, entsteht und ins Mittelmeer mündet. Nach dem Glauben der alten Ägypter entsprang der Nil aus dem Nun, dem Urgewässer aus dem die Welt entsprungen ist und das die gesamte Erde umschließt. In einem ewigen Kreislauf fließt der Nil in das Urgewässer und kommt wieder hervor.
Der Nil teilt das Land in zwei Abschnitte. Einmal das Delta, Unterägypten, wo er sich in mehrere Nebenflüsse teilt und das Niltal, Oberägypten. Das Delta verdankt seinem Namen ebenfalls den Griechen, da es die Form des umgekehrten 4. Buchstaben des griechischen Alphabetes hat (). Die Spitze des Deltas lag bei der alten Hauptstadt Memphis (heute ist sie 25 km nördlich von Kairo entfernt).



Typische Nillandschaft. Im Vordergrund üppige Felder, im Hintergrund Wüste und karge Felsen

Das Land war abhängig vom Nil. War der Wasserstand zu niedrig oder ging das Hochwasser zu schnell zurück, fiel die Ernte entsprechend gering aus. Wenn der Nil jedoch zu schnell anstieg oder sich nicht früh genug für die Aussaat zurückzog, waren Schäden an Dörfern und Feldern die Folge. Der Wasserstand des Nils wurde an mindestens 20 Nilometern gemessen. Einer z.B. war auf der Insel Elephantine, wo er auch heute noch zu sehen ist. Bei der Markierung von 16 Ellen erreichte der Fluss seinen Idealstand.
Wenn der Nil für mehrere Jahre nicht seinen gewohnten Bahnen folgte, hatte das schlimme Folgen. Einmal konnte es passieren, dass bei wiederholt niedrigem Hochwasser die Schiffe arge Probleme hatten, durch den Schlamm der Transportwege zu kommen. Einige Flussarme verschwanden sogar völlig.


Dann waren natürlich auch schreckliche Hungersnöte die Folge. Seuchen und Aufstände brachen nach vielen schlechten Überschwemmungen aus. Ein Text aus dem Alten Reich enthält Anspielungen auf Massensterben, verwesende Leichname, Plünderungen, Selbstmorde und sogar Kannibalismus. Um nicht völlig abhängig von den Launen des Nils zu sein, verstärkten die Bauern natürliche Deiche zu Dammanlagen. Künstliche Kanäle und Becken beförderten Niedrigwasser zu den Feldern, Hochwasser weit ins Tal hinein.
Heute ist Ägypten nicht mehr von der Überschwemmung des Nils abhängig. Staudämme sorgen dafür, dass die Felder Ägyptens das ganze Jahr über bewässert sind. Der fruchtbare Schlamm überdeckt kaum noch die Felder. Oberhalb des Nasser-Stausees wird die Fließgeschwindigkeit gebremst und die mineralhaltigen Stoffe an unerwünschter Stelle abgelassen.

Katarakte hießen die Stromschnellengebiete im südlichen, nubischen Teil des Nils. Zwischen Assuan und Khartum gab es 6 Stellen, also insgesamt 6 Katarakte, wo das, im Vergleich zum weichen Sedimentgestein, wesentlich härtere Urgestein (Granit) der Kontinentalplatte den Nil und seine Umgebung prägte. Durch diese Hindernisse wurde die Strömung sehr

schnell und so erklärt sich auch der griechische Ausdruck Katarakt, der so viel wie Wasserfall heißt. Der 1. Katarakt lag bei Assuan, schon seit frühester Zeit die natürliche Grenze zwischen Ägypten und Nubien. 

 

Bei Edfu am Nilufer - Transportmittel Boote

 

 Nil war die Hauptverkehrsader Ägyptens. Vieh, Korn, Steine für Bauten und andere Güter, sowie Personen und Soldaten wurden auf Fracht- und Personenschiffen über den Nil transportiert. Das Schiff hatte eine so große Bedeutung, dass man sogar das Rad, das mit den Hyksos (1650 - 1550  v.Chr.) nach Ägypten kam, als Transportmittel einfach ignorierte  Auch der Esel war nur zweite Wahl, denn per Schiff war einfach der schnellste Weg. Eine 885 km lange Reise von Theben nach Memphis dauerte ungefähr 2 Wochen - je nach Höhe des Nils und der daraus resultierenden Stärke der Strömung. In der Trockenzeit z.B. war die Strömung dementsprechend niedrig und man brauchte satte 2 Monate für dieselbe Strecke. Dabei kam man je nach Region verschieden schnell voran. Während der Tiefstand des Nils im Juni bei Assuan bei nur 2 Metern lag, schaffte er es in Memphis auf ungefähr 5,5 m.
Vor der Einführung des Segels ca. 3350 v.Chr., das dem vom Mittelmeer kommende Wind zu nutze machte, dauerte die Fahrt natürlich noch um einiges länger.
Bei Nacht fuhr man nur selten und sehr ungern, da die Gefahr auf eine Sandbank oder Insel zu laufen, sehr hoch war.
Häfen wurden gebaut oder man nutzte passende Uferstellen. Häfen gab es u.a. in Medinet Habu in Theben West, in Memphis, Tanis und in ptolemäischer Zeit in Alexandria.
Für einen besseren Schiffsweg wurden sogar Kanäle angelegt. Schon in der 6. Dynastie wurde am 1. Katarakt ein Kanal ausgegraben, der das Passieren der Stromschnellen erleichtern sollte. Ein weiterer unter Sesostris III. (1872-1853 /52 v. Chr.). Allerdings mussten bei Niedrigwasser die Schiffe an Land weitergezogen werden. Um den Import von Waren aus dem Nahen Osten zu verbessern, baute Necho II. ( 610-595 v. Chr.) einen Kanal, der den Nil mit dem Roten Meer verband und von den Persern und Ptolemäern noch tiefer gegraben wurde.

Wie groß die Bedeutung des Nils für die alten Ägypter war, erfährt man auch aus dem religiösem Glauben. Der Sonnegott Re fuhr tagsüber mit einer Barke über den Himmel und durchquerte nachts die Gewässer der Unterwelt. Götterstatuen wurden in Prozessionen auf Barken getragen und Miniaturboote und welche in Lebensgröße wurden dem Verstorbenen für den gefahrvollen Weg durch die Unterwelt mitgegeben.

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