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  Geheimnissvolles Land am Nil
  Frauen im Alten Ägypten
 

  

Die soziale Stellung der Frau im Alten Ägypten

Herodot bemerkte auf seinen Reisen, dass die Ägypterinnen nicht nur das Haus hüteten. Sie übten einen Beruf aus, verfügten über ihr Vermögen und waren auch als Kauffrauen tätig. Der Mann dominierte nicht in der Ehe, wie es in Griechenland der Fall war. Das Zusammenleben von Mann und Frau war überwiegend partnerschaftlich. Die Stellung der Frau blieb dabei für fast 3000 Jahre unangetastet.

Vorgeschichte

Es gibt Spekulationen darüber, warum die Stellung der Frauen sich in Ägypten so von anderen Kulturen dieser Zeit unterschied. Es gibt nicht viele bedeutungsvolle Zeugnisse aus der vor-pharaonischen Zeit. Einige Forscher(innen) deuten die Funde so, dass die Stellung der Frau in der Gesellschaft angesehener war als in vergleichbaren Kulturen dieser Zeit.

Die geographische Lage Ägyptens begünstigte den Erhalt alter Kulturformen. Das Land lag abseits der steten Wanderungsbewegungen und deren folgenden kriegerischen Ereignissen. Die Einwanderung kriegerischer Völker aus Mesopotamien führte zu einer Vermischung der Kulturen, wobei traditionelle Ansichten sich bewahren konnten. Das Land am Nil blieb dann lange isoliert in seiner Geschichte. Historiker vermuten auch, dass in Afrika die Stellung der Frau deshalb höher gewertet wurde, weil sie als Bäuerin eine wichtige Funktion im Leben hatte. Erst der Islam und die Kolonialmächte zerstörten diese Bedeutung der Frauen in Afrika.

Archäologische Funde

Frauen treten in den zahlreichen gefundenen Malereien in Tempeln, Pyramiden und Gräbern immer im Zusammenhang mit ihren Ehemännern, Vätern oder Söhnen auf. Sie stehen hinter den Ehemännern und ihre Figuren sind kleiner als die der Männer. Eine Ausnahme bilden einige Grabmäler von Königinnen, in denen die Frauen aktiver dargestellt wurden.

Die Figuren sind perfekt dargestellt, sie sind makellos. Privatpersonen sind leuchtend weiss gekleidet. Die Darstellung der Personen entsprachen dem traditionellen Stil. Die Köpfe sind im Profil zu sehen, ein Auge sieht man von vorn, die Beine schreiten. Personen, die keinen hohen Rang innehatten, wurden aber realistischer dargestellt. Auf diese Weise wurde das Alttagsleben dokumentiert. Zahlreiche Grabbilder dokumentieren das „heiter festliche Beisammensein von Männern und Frauen.“

Frauen erscheinen in der Bildhauerei selten allein, auch hier wieder in Verbindung mit ihrem Ehemann oder ihrer ganzen Familie. Ehefrauen von Pharaonen wurden immer kleiner an die Seite des Herrschers gestellt. Diese Darstellung entspricht aber mehr der Hervorhebung der göttlichen Bedeutung des Pharaos.

Schriftliche Dokumente von Frauen sind kaum überliefert. Die gefundenen Liebeslieder und –gedichte werden Frauen zugeschrieben. Interessant sind auch die Papyri ägyptischer Ärzte, die Auskunft über die Lebensbedingungen der Frauen geben. Die Ägypterinnen werden als klein und dunkelhaarig mit hellbrauner Haut dargestellt. Ihre Lebenserwartung betrug etwa 40 Jahre. 

Die Frau

Bei den Ägyptern galten die persönliche Sauberkeit und das gute Aussehen als besonders wichtig. Herodot berichtete darüber, dass die Menschen in Ägypten von der Reinlichkeit besessen seien.
Körperbehaarung galt als unerwünscht. Zahlreiche Pinzetten, Rasierklingen und Schleifsteine, die in den Gräbern gefunden wurden, dokumentieren die oft peinvollen Enthaarungsmassnahmen. Baden galt als notwendig. Die meisten Menschen badeten im Nil, der aber auch als Abwasserkanal benutzt wurde, so dass man auch verschiedene Deodorants entwickelte, um den Duft des Flusswassers zu überdecken.

Die Menstruation wurde in den vorhandenen Quellen kaum beachtet. Die Benutzung von Monatsbinden ist aber belegt. Strabo berichtete davon, das alle Kinder in Ägypten beschnitten wurden. Ob das auch für die Mädchen galt, ist nicht bewiesen.
Frauen aus höherem Haus trugen ihr Haar oft kurz oder waren fast kahl. Bei festlichen Anlässen wurden Perücken getragen. Aber wie heute, die Moden änderten sich, so auch die Frisuren und die Perücken.
Die Frauen, aber auch die Männer, schminkten ihre Augen mit Antimonpulver. Die schwarze Farbe betonte und vergrösserten die Augen und die Augenbraue. Die Verwendung von Rouge und „Lippenstift“ ist nicht eindeutig bewiesen.
Tänzerinnen, Akrobatinnen und Prostituierte in der Zeit des Mittleren Reiches verzierten ihre Körper mit Tätowierungen, um ihre Reize besonders hervorzuheben.
Die Kleidung bestand aus Leinen oder Wolle. Es ist umstritten, ob die Kleider immer gefärbt wurden. Eine Besonderheit der Kleider war der Faltenwurf. Der Stoff wurde auf unbekannte Art bearbeitet. Die Ägypter verstanden sich auf regelrechte Faltenmuster. Diese erhielten sich teilweise über Jahrtausende, wie Grabfunde bewiesen.

Die Ehe

Es sind keine Dokumente gefunden worden, die eine religiöse oder staatliche Trauung belegen. Das Mädchen zog nach den Hochzeitsverhandlungen mit ihrem ganzen Besitz bei ihrem Ehemann ein. Man „wusste“ dann, wer miteinander verheiratet war. Für die Historiker waren deshalb die verwandschaftlichen Verhältnisse der Ägypter schwer zu entwirren. Es gibt auch kein Wort für Heirat in der Sprache. Der Name der Frau wurde mit Beginn der Ehe nicht geändert, Familiennamen gab es nicht. Überlieferte Eheverträge gibt es seit 900 v. Chr. Diese regelten, was Mann und Frau in die Ehe einbrachten.

Auch die Folgen einer Scheidung wurden festgelegt. Die Frau zog mit ihrem Besitz aus dem ehelichen Haus aus. Eine juristische Bestätigung war selten nötig. Gehörte das Haus der Ehefrau, musste der Mann ausziehen. Wem die Kinder gehörten, ist nicht genau feststellbar. Es wird vermutet, dass die Kinder nach der Scheidung bei der Mutter blieben.

Ehebruch durch die Frau wurde aber nicht toleriert. Die Frau verlor bei der Scheidung deshalb alle ihre rechtlichen Ansprüche.

Für Witwen galt, dass sie ein Drittel des Besitzes ihres verstorbenen Ehemannes als Erbe erhielten. Dadurch wurde die Versorgung der Frau gesichert. Die Frau konnte auch ohne Zustimmung ihres Mannes Rechtsgeschäfte abschließen.

Die Ehen wurden auch im Alten Ägypten arrangiert, dienten der Politik oder dem Geschäft. Um das Vermögen in der Familie zu halten, galten Ehen zwischen Cousins und zwischen Onkel und Nichten als bevorzugt. Genetische Probleme bei dieser Inzucht scheint es in grösserem Masse nicht gegeben zu haben.
Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Völker waren nicht verboten. Die Ehe zwischen einem Sklaven und einem Freien war erlaubt. Daneben war es aber auch möglich, seinen Ehepartner selbst auszusuchen. Heiraten zwischen verschiedenen Klassen waren nicht verboten. Mädchen und Jungen hatten auch die Gelegenheit, sich außerhalb des Elternhauses kennenzulernen. Die Frauen und Mädchen waren nicht „eingesperrt.“

Die jungen Mädchen galten mit Eintritt der Pubertät bzw. der ersten Menstruation als heiratsfähig.

Über diebetrachtet. Trotz der vorsorglichen Maßnahmen war die Sterblichkeit der Säuglinge relativ hoch.

Die Mutter gab dem Neugeborenen den Namen, wahrscheinlich auf Hinweis des Ehemannes. Namen waren für die Ägypter besonders wichtig. Der Name sollte auch nicht nach dem Tod vergessen werden. Das endgültige Vergessen eine Sexualität dieser Zeitepoche ist wenig bekannt. Die archäologischen Funde stammen überwiegend aus Tempelanlagen, und die Geschichtsforschung des 19. Jahrhunderts war prüde eingestellt, so dass zahlreiche Funde zu diesem Thema „verschwunden“ sind. Die wenigen erhaltenen Dokumente bescheinigen den Ägyptern, dass sie ein „lebenslustiges, ein lebensfreudiges Volk“ waren. Die Frage der Jungfräulichkeit spielte keine Rolle.

Die Mehrehe war in Ägypten nicht verboten, aber es herrschte die Einehe vor. Das geschah auch aus praktischen Gründen. War ein Mann mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet, hatte er auch für die Folgen einer Scheidung aufzukommen.
Eine Ausnahme bildeten hier die Königshäuser, die aus politischen Gründen die Mehrehe zur Regel machten. Blieb die Ehe kinderlos, so konnte sich der Mann, mit Zustimmung der ersten Frau, sich weiterverheiraten. Das Verhältnis der Eheleute wurde von Zuneigung und Achtung geprägt. Die in Europa bis zum Mittelalter vorherrschende Unterdrückung und Verachtung der Frau war in Ägypten vollkommen unbekannt. Frauen mussten nicht fürchten, ehelicher Gewalt ausgesetzt zu sein. Es gibt keine Überlieferung, die dem Mann zur Gewalt gegen die Ehefrau riet.

Mutter und Kind

Die Stellung der Frau wurde durch ihre Empfängnisfähigkeit bestimmt. Frauen mit vielen Kindern galten als angesehen. Viele Nachkommen waren für die Ägypter sehr erwünscht. Das Verhältnis zwischen Mutter und Kind wird als eng beschrieben. Für die Eltern war die Geburt eines Jungen nicht vorrangig. Ein Sohn wurde zwar mehr ersehnt, aber eine Tochter wurde nicht als minderwertig empfunden. So gab es auch keine Aussetzungen von Mädchen, wie es im antiken Rom und Griechenland üblich war. Die Redensart „geliebter Sohn“, der für das Seelenheil der Eltern verantwortlich war, konnte auch auf eine Tochter angewendet werden.

Die Gynäkologie war zwar ein anerkannter Bereich der Medizin , trotzdem verliesen sich die Frauen auch auf magischen Riten. Die Geburt erfolgte nicht im Haus. Eine „Wochenlaube“ auf dem Dach oder im Hof wurde dazu aufgebaut. Sie diente der Hygiene und dem Wohlbefinden der Schwangeren. Die Frau wurde in dieser Zeit nicht als unrein s Namens galt als undenkbar, als endgültiger Tod. Es war üblich, dass beliebte Namen in einer Familie mehrfach vorkamen. So gab es dann Rufnamen, um die Familienmitglieder zu unterscheiden. Namen von Göttern und Königen waren auch beliebt, wie auch Namen nach Tieren und Pflanzen. Bei den Frauen gehörte der Name Susanne (=eine Lilie) zu den häufigen Namen.

Die Kinder wurden bis zu drei Jahre gestillt. Zahlreiche Abbildungen zeigen die unverkrampfte Haltung der Ägypter gegenüber den stillenden Müttern. Die Muttermilch galt als besonders wertvoll und diente auch als Medizin. Es gab zahlreiche Ammen, die die Kinder vornehmer Frauen stillten. Dieser Beruf war angesehen. Es wurden Verträge gefunden, in denen die Ammen verpflichtet wurden, während der Stillzeit keinen Sexualverkehr zu haben.

Die rechtlich anerkannte Position der Frauen zeigt sich auch daran, das sie die Vormundschaft über ihre Kinder erhielten, falls der Vater verstarb. Die erwiesene Achtung der Frauen und Mütter belegen die vielen Frauengräber, die sich nicht von Gräbern der Männer unterscheiden.

Es gibt wenige Hinweise über die Grösse einer Familie, aber man nimmt an, dass die Menschen in Großfamilien zusammenlebten. Das bot den Familienmitgliedern Schutz und diente der Arbeitsteilung. Die Häuser waren klein, so dass die Familie auf engstem Raum leben musste.

Beruf

Schreiben und lesen lernten nicht alle Mädchen. Mit dem Mittleren Reich begann die Ausbildung in Schulen. Frauen waren hauptsächlich Herrin des Hauses und kümmerten sich um den Haushalt. Wenn sie aus wohlhabenden Familien stammten, übernahmen sie das Amt von Priesterinnen im Tempel. Ihre genaue Funktion dort ist nicht bekannt. Einige Frauen konnten Beamte am Hof werden. Es wurden zahlreiche Titel für weibliche Beamte überliefert. Den Frauen standen auch leitende Positionen offen. Der Pharao Pepi I hatte eine Frau als Wesir. Wieviele Frauen sich in leitenden Positionen befanden, ist leider nicht bekannt.

Bereits in der 4. Dynastie sind Frauen als Ärztinnen nachgewiesen., Jahrtausende bevor es in Europa möglich war.

Die Frauen arbeiteten auch als Handwerkerinnen. Ihre Webarbeiten und Schmuckwerke waren bis zur Römerzeit begehrt. Sie waren auch als Schöffen tätig. Je nach Fähigkeiten und sozialem Stand arbeiteten sie auch im Bestattungswesen, als Hausverwalterinnen, Musikantinnen, Dienerinnen und Bäuerinnen.
Die Wirtschaft wurde vom Tauschhandel bestimmt, es gab keine Münzen. Frauen boten ihre erzielten Überschüsse ihrer häuslichen Arbeiten auf dem Markt an.

Am Königshof

Der Pharao hat zu allen Epochen nur eine „Große Königsgemahlin“. Die Königin lebte in ihrem eigenen Palast, der auch als Wirtschaftsbetrieb diente. Dieser Palast war ihr persönlicher Besitz. Daneben gab es zahlreiche Nebenfrauen des Pharao. Diese Heiraten dienten der Politik des Reiches. Die Königin herrschte über die Nebenfrauen, die in einem Harem lebten.

Die „Große Königsgemahlin“ nahm an politischen Entscheidungen und kultischen Handlungen teil, einige waren sogar einflussreiche Regentinnen ihrer unmündigen Söhne. Die Pharaonen bauten unzählige Tempelanlagen, die auch die Liebe zu ihren Frauen belegen sollten.

Die Frauen der Pharaonen stammten überwiegend aus der Königsfamilie, weil der Besitz und die Macht zusammengehalten werden sollten. Es gab aber auch Königinnen aus bürgerlichen Verhältnissen, dazu gehörte Nofretete, die Frau Echnatons.

Über die Königinnen des Mittleren Reiches und ihrer sozialen Stellung ist wenig bekannt. Ihre Rolle im Öffentlichen Leben war nicht sehr ausgeprägt.

Die von vielen antiken Historikern bescheinigte Geschwisterehe ist umstritten. Er beruht wahrscheinlich auf einem Missverständnis.
Die Ägypter hatten wenige Begriffe für Verwandschaftsverhältnisse. Der Begriff Schwester konnte ebenso auf eine Kusine hindeuten, auch bezeichneten sich die Eheleute oft als Bruder und Schwester. Geschwisterehen gab es nachweislich erst, als die Makedonier über das Land herrschten.

Von Ramses II. und Echnaton und anderen Pharaonen wurde berichtet, dass sie mit Töchtern aus dynastischen Gründen verheiratet waren. Die Töchter lebten zwar am Hof, aber nichts deutet auf sexuellen Verkehr hin. Der Begriff der Königsgemahlin war nur eine Rangbezeichnung am Hof, weil die Töchter ihre Mütter bei kultischen Handlungen vertreten mussten.

Pharaoninnen

Neben Hatschepsut gab es noch andere regierende Pharaoninnen. Die erste war die Frau des ersten Pharaos der I. Dynastie, Hotep-Neith (2950 v. Chr.). Ihr Grab fand man um die Jahrhundertwende in der Nähe von Luxor, dem ehemaligen Theben. Ihr Grab ist ein Lehmhügel, Mastaba genannt.
Sie ist damit die erste herrschende Frau, die in der Geschichte nachweisbar ist. Warum ihr das gelang, ist unbekannt.

Die zweite herrschte 200 Jahre später, ihr Name Merit-Neith. Funde aus dieser Zeit bestätigen, das diese Frauen nicht nur Regentinnen waren. Zwei Gräber in Abydos und in Sakkara bezeugen die Stellung von Merit-Neith.
Der Pharao Neteren erlies um 2700 v. Chr. ein Dekret, das Frauen die Thronfolge erlaubte. Weitere Zeugnisse dieses Dekretes wurden nicht gefunden.

Über die dritte Pharaonin Nitokris (etwa 2184-2181 v. Chr.) existieren nur Legenden und romantische Erzählungen. Ihr Name taucht in einer überlieferten Königsliste (Turiner Königspapyrus) auf. Die antiken Historiker Herodot und Manetho erwähnen sie ebenfalls.

Die Herrschaft Sobeknofrus (1789-1785 v. Chr.) ist durch Funde belegt.

Alle drei Königinnen regierten in Zeiten, in der ein männlicher Nachfolger nicht fest stand und Unruhen im Land herrschten. Sie hinterliesen keine stabilen politischen Verhältnisse.

Hatschepsut regierte 20 Jahre. Als sie geboren wurde, war das Land reich und mächtig. Ihre Herrschaft war unangefochten. Eindrucksvolle Bauwerke im ganzen Land bis nach Nubien dokumentierten ihren Herrschaftsanspruch. Sie war die Tochter von Thutmosis I. (1508 - 1493 v. Chr.) und der Königin Ahmose. Ihr Mann Thutmosis II., ihr Halbbruder, verstarb früh. Ihr Mann wählte einen Sohn einer Konkubine als seinen Nachfolger. Sie begann in den ersten Jahren der Herrschaft von Thutmosis III. immer mehr an Einfluss zu gewinnen, so dass sie später die Regentschaft übernahm (1490 v. Chr.) Hatschepsut nahm wenig später den Königstitel an. Sie betrachtete ihren Stiefsohn trotzdem als Mitherrscher. Sie ließ sich, um ihre Stellung zu dokumentieren, als Mann darstellen. Nach ihrem Tod wurden viele Darstellungen ihrer Regierungszeit von Tempeln und anderen Gebäude entfernt. In den Königslisten taucht sie nicht auf. Nur der Historiker Manetho dokumentiert in seinem Verzeichnis die Regierungszeit von Hatschepsut.

250 Jahre später herrschte als letzte Pharaonin Tausret (auch Tewosre genannt). Sie war die Halbschwester des Pharao Sethos II. Nach seinem Tod wurde einer seiner Söhne sein Nachfolger. Tausret ließ in umbringen und wurde 1198 v. Chr. zur Königin gekrönt. Sie regierte zwei Jahre. Während ihrer Regierungszeit fanden bedeutende Veränderungen im Mittelmeerraum statt. Die „Seevölker“ drangen bis nach Anatolien vor. Ägypten verlor die Verbindungen zu den anatolischen Eisenerzgruben, was sich negativ auf die Rüstung auswirken sollte. Die weltgeschichtliche Bedeutung des Landes begann zu schwinden. Griechenland begann sich herauszubilden und zum Konkurrenten zu werden.

Gottesgemahlinnen

Ägypten verlor in den nächsten Jahren seine Einheit. Im Norden herrschten Pharaonen lybischer Herkunft. Nubien ging ganz verloren. Von Theben aus regierten die Hohepriester des Amun den Gottesstaat. Zwischen beiden Reichen gab es wenig Spannungen.. Die Pharaonen aus dem Norden schickten ihre Prinzessinnen als „Gottesgemahlinnen des Amun“ nach Theben. Sie übernahmen im Tempel religiöse Aufgaben. Aus unbekannten Gründen mussten diese Frauen Jungfrauen bleiben.
Einer dieser Gottesgemahlinnen wurde um 750 v. Chr. zur Herrscherin über den Gottesstaat des Amun, Schepenupet I.Sie war eine beeindruckende Persönlichkeit, die die Bedeutung des Amtes der Gottesgemahlin für die nächsten Jahrhunderte prägte.
Da die Gottesgemahlinnen nicht heiraten durften und die Frage der Nachfolgerin Unwägbarkeiten bergen konnte, ersann sie das Mittel der Adoption. Sie adoptierte ihre Nachfolgerin. Auf die Weise wurde der Einfluss gewahrt. Die Pharaonen erkannten diese Bedeutung und nutzten sie dadurch, das sie ihre Schwestern oder Töchter nach Theben zu Adoption sandten.
Unter Nitokris I. (ca 656 v. Chr.) erreichte eine Gottesgemahlin den größten Einfluss. Sie verdrängte die Hohepriester des Amun und ernannte sich zum 1. Prophetin des Amun von Karnak. Sie herrschte über 70 Jahre. Mit dem Einmarsch der Perser in Ägypten (525 v. Chr.) endete die Herrschaft der Gottesgemahlinnen in Oberägypte
Mythologie

Die Ägypter standen in ihrer Mythologie den Frauen auch einflussreiche Rollen zu. Unter der Herrschaft von Re und später Amun lebten die Göttinnen auch hier gleichberechtigt. Am Anfang der Geschichte stand die Göttin Neith,die von Re abgelöst wurde. Am Ende der ägyptischen Geschichte stand Isis an der Spitze der Götterwelt. Ihre Gestalt fand in der christlichen Religion in der Figur der Maria eine Wiedergeburt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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