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Pyramiden aus Nubien

100 Jahre Deutsches Archäologisches Institut in Kairo: Das Haus zeigt seinen Anteil an der Wiederentdeckung der Pharaonen
 
Es ist das umfangreichste und wohl auch spannendste Projekt, das deutsche Archäologen in Ägypten verfolgen: Elephantine ist ein bis zu zwölf Meter hoher Ruinenhügel mit 250 Metern Durchmesser, der nahezu die gesamte Südspitze der Insel einnimmt, die Assuan gegenüber liegt. Fast 40 Jahre lang gräbt das Deutsche Archäologische Institut dort in enger Zusammenarbeit mit seinem schweizerischen Pendant und legt Siedlungsgeschichte der Antike frei. Die 37. Grabungskampagne läuft gerade noch bis Mitte April nächsten Jahres.
"Zum ersten Mal können wir aufzeigen, wie Menschen vor mehr als 5000 Jahren im Süden Ägyptens, nahe der Grenze zum Sudan lebten", sagt Grabungsdirektor Dietrich Raue und kann seine Begeisterung kaum verbergen. "Wir haben jede Menge Fundstücke aus dem Alltag, wie Auftragsbücher, Verträge, Siegel, Besteck, Geschirr, Steuerquittungen, eine nubische Bäckerei, einfach alles - so dass wir ein genaues Bild nachzeichnen können."
Damit ist Elephantine am Ersten Nil-Katarakt nicht nur zu einer der wichtigsten archäologischen Kulturstätten Ägyptens avanciert, sondern nimmt auch einen Spitzenplatz in der Ethnologie ein. Denn spätestens mit der Bildung des gesamtägyptischen Staates um 3000 v. Chr. kam zur Funktion des Handelsplatzes auch diejenige der staatlichen Kontrolle sowie sehr bald auch der Abbau der seltenen Hartgesteine der Region, insbesondere des hoch geschätzten Granits, der von hier aus ins ganze Land verschifft wurde. Obeliske und Tempel wurden fortan mit Granit aus Elephantine gebaut. Aus dem antiken Theben, dem Zentrum Oberägyptens, ist er nicht mehr weg zu denken. Bis ins 1000 Kilometer entfernte Nildelta wurde der kostbare Stein transportiert, aus dem nicht wenige Obelisken gefertigt wurden.
Lange Zeit standen in erster Linie die großen Tempel und Grabanlagen im Vordergrund der ägyptologischen Feldforschungen. Ihr reiches Bilddekor und die Vielzahl von Inschriften spiegelten das pharaonische Ägypten wider und wurden zum Anziehungspunkt für Millionen Besucher aus aller Welt. Auch die deutschen Archäologen widmeten sich in ihrer Arbeit diesen gigantischen Bauwerken. Vor genau 100 Jahren wurde das "Kaiserlich Deutsche Institut für Ägyptische Altertumskunde" von Ludwig Borchardt gegründet. Heute gehört es zum Deutschen Archäologischen Institut, dessen Zentrale in Berlin liegt.
Deutsche Archäologen entdeckten Pharaonengräber im Tal der Könige bei Theben, säuberten und präparierten kolossale Königsskulpturen. Die lange gesuchte Stadt von Pharao Ramses II., Pi-Ramesse, wurde im Nildelta gefunden und teilweise ausgegraben, die Pyramiden von Dahschur südlich von Kairo untersucht, koptische Klosteranlagen frei gelegt. Eine Sonderausstellung im Ägyptischen Museum in Kairo (bis 15. Januar 2008) zieht eine Bilanz dieses Engagements.
Neben dem pharaonischen Glanz sind Untersuchungen von altägyptischen Stadtanlagen und Siedlungen dagegen bis heute vergleichsweise selten. "Doch gerade dies ist für die Bevölkerung des Landes wichtig zu erfahren, wie ihre Vorfahren gelebt haben", sagt Dietrich Raue, der seit vier Jahren in Ägypten arbeitet und in dieser Zeit ein zunehmendes Interesse der Ägypter an ihrer Vergangenheit feststellt. Während die Pharaonen-Stätten von den Einheimischen als weitgehend für Touristen vorbehalten betrachtet werden, sind Ausgrabungen wie in Elephantine für sie identitätsstiftend. "Wir sind vielleicht nicht mehr reich", hört Raue immer mehr ägyptische Kollegen sagen, "aber ohne uns gäbe es euch alle nicht".
Grundsätzlich sei die Bedeutung der Kultur in der arabischen Welt in letzter Zeit gestiegen, stellt der Deutsche fest. Der archäologische Park, den die Grabungsteams in Assuan mittlerweile angelegt haben, wird immer häufiger von Ägyptern und Angehörigen arabischer Länder besucht. "Trotzdem brauchen wir jetzt etwas Spektakuläres", blickt Raue in die Zukunft. Eine so genannte Regionalstudie soll im Umfeld von Elephantine erstellt und ausgewertet werden. Der Archäologe meint, dass noch zahlreiche Schätze im Sand der Wüste verborgen sind. Optimale klimatische Bedingungen lassen gut erhaltene Funde erhoffen. Die Luftfeuchtigkeit im südlichsten Grenzort Oberägyptens ist gering, das Grundwasser niedrig.
Die Wissenschaftler erwarten, dass sie noch bedeutende Hinweise auf nubische Einflüsse in der Kultur Ägyptens erforschen können. Neuerliche Funde lassen bereits die These zu, dass der Pyramidenbau seinen Ursprung womöglich im Sudan hat. Mit ihrer tiefschwarzen Haut fallen die Nubier auch in Kairo auf. Zumeist arbeiten die Nubier als Dienstboten für reiche Ägypter oder als Hausmeister. Sollten die Archäologen tatsächlich Beweise für eine frühe Verbindung der beiden Kulturen finden, würde sich das Ansehen der Nubier in Ägypten sehr wahrscheinlich ändern.
  Elephantine
 
    





 
    

  
 
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